PADER PLAZIDUS A SPESCHA
(1752 - 1833)

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In der Renaissance erwachte das Interesse für die Bergwelt. Die Schweizer Humanisten Konrad Gesner und Ägidius Tschudi durchwanderten auf ihren Bergreisen durch die Schweiz auch die Bündner Täler. Dann kamen holländische Landschaftsmaler. Der Amsterdamer Jan Hackaert machte 1655 einen Abstecher ins Bündner Oberland nach Flims und Ilanz und zeichnete die Landschaft in erstaunlicher Naturtreue. Um 1700 zog der Zürcher Naturwissenschafter Johan Jakob Scheuchzer über den Lukmanier Pass und den Oberalp Pass.

Aber die grössten Verdienste um die Erforschung der Alpen im Bündner Oberland erwarb sich der Disentiser Mönch, Pater Plazidus a Spescha (1752 - 1833). Vor etwa mehr als 200 Jahren fing er seine Erkundigungsreisen im Bündner Oberland an. Er war ein überaus aktiver, selbständiger Bergsteiger, dem zahlreiche Erstbesteigungen teilweise sogar im Alleingang gelungen sind. Er durchwanderte die ganze Surselva von Brigels bis zum Badus. Im Laufe weniger Jahrzehnte erschloss er nicht nur die Gebirge des Vorderrheintales, sondern auch des Hinterrheintales und gab sogar den Anstoss zur Besteigung des Finsteraarhorns.

Er verband alle seine Unternehmungen mit der Erforschung der Natur und ganz besonders der Kristalle. Er sammelte Pflanzen, Kristalle und Steine, nahm Höhenmessungen vor, zeichnete Karten uns Skizzen, schrieb interessante Naturbeobachtungen nieder und verfasste eine noch immer lesenswerte "Anleitung zur Unternehmung von Bergreisen" (1801). Auch schrieb er viel über die retoromanische Sprache und Geschichte der Surselva. Er war damit in dieser Aufklärungszeit ein Universalgelehrter mit Anerkennung weit und breit über die Grenze der Surselva. Er erlangte eine Berühmtheit, deren kein anderer Mönch von Disentis sich erfreuen konnte.

Mit seinen Reisen auf die Bergen in der Surselva und mit seinen Schriften ist unser "Bergpater" zugleich auch der Vater des Tourismus im Bündner Oberland geworden. Es ging ihm nicht um aufsehenerregende Kraftleistungen, sondern um die kulturgeografische Erforschung der Surselva. Die Fremden kamen in Scharen um sich unter seiner Führung auf die Berge geleiten zu lassen. Auch die Landschaftsmaler zogen in die Bergwelt, gemalt wurden die Disentiser Landschaft, den idyllischen Tomasee und die Passhöhe auf dem Lukmanier.

ERSTBESTEIGUNGEN PATER PLAZIDUS A SPESCHAS:

1782
1782
1782
1783
1785
1787
1789
1793
1793
1799
1801
1824
Piz Cristalina (Medels)
Scopi (Medels)
Stocgron (Tödi)
Piz Ault (Tavetsch)
Badus / Six Madun
Piz del Ufiern (Tavetsch)
Rheinwaldhorn
Oberalpstock
Piz Urlaun
Piz Cavel
Piz Terri
Tödi
3129M
3200M
3418M
3030M
2931M
3017M
3402M
3327M
3341M
2949M
3153M
3623M


Lange Afstand Wandelvereniging "VIA-VIA".

Gegenereerd op 31-05-2000 door C.P.J. Aerssens